Ad-hoc-Meldungen 2009
13.11.2009 - 07:30 Uhr
Koenig & Bauer AG: Quartalsgewinn im schwierigen Jahr 2009
Obwohl seit dem Frühsommer 2009 im exportintensiven Druckmaschinenbau eine Stabilisierung der Nachfrageentwicklung auf niedrigem Niveau erkennbar ist, sieht die Koenig & Bauer AG (KBA) noch keine nachhaltige Trendwende. Mit einem Minus von 32,1 % auf 682,3 Mio. € sank der Auftragseingang des Druckmaschinenherstellers in den ersten neun Monaten im Vergleich zu dem durch die Fachmesse drupa begünstigten Vorjahreswert (2008: 1.005,0 Mio. €) allerdings weniger stark als die Neuaufträge für die Branche insgesamt, die um 49 % schrumpften. Das seit April deutlich verbesserte Auftragsvolumen bei Bogenoffsetmaschinen legte im Sommerquartal gegenüber der Vorperiode (145,0 Mio. €) sogar leicht auf 149,4 Mio. € zu. Insgesamt wurden in diesem Segment von Januar bis Ende September Aufträge für 371,7 Mio. € gebucht, 24,0 % weniger als 2008 (489,3 Mio. €). Demgegenüber lagen die Bestellungen bei großen Rotationsanlagen für Zeitungs- und Akzidenzbetriebe sowie bei Sondermaschinen mit insgesamt 310,6 Mio. € um 39,8 % unter dem Vorjahresniveau (515,7 Mio. €). Einziger Lichtblick in diesem Segment war der Bereich Banknotendruck.
Zum 30.09. lag der Konzernumsatz mit 737,3 Mio. € (2008: 1.075,3 Mio. €) dennoch im Rahmen der Planung. Durch eine deutliche Steigerung im dritten Quartal erreichte der Umsatz mit Bogenmaschinen nach neun Monaten 318,8 Mio. € (2008: 499,9 Mio. €). Im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen wurde ein Segmentumsatz von 418,5 Mio. € gegenüber 575,4 Mio. € im Vorjahr erzielt. Der Auftragsbestand im Konzern belief sich Ende September auf 446,5 Mio. € (2008: 721,6 Mio. €). Davon entfielen auf Rollen- und Sondermaschinen 287,3 Mio. € (2008: 510,2 Mio. €) und auf Bogenmaschinen 159,2 Mio. € (Vorjahr: 211,4 Mio. €).
Das im März eingeleitete und vom Vorstand mit Nachdruck umgesetzte Kostensenkungsprogramm hat in der KBA-Gruppe bis Ende September schon Einsparungen von mehr als 80 Mio. € erbracht. Zum 30. September ging die Mitarbeiterzahl im Konzern im Jahresvergleich um 908 auf 7.095 zurück. Bis Ende 2009 wird die Belegschaft in der Gruppe auf unter 7.000 und bis zum Sommer 2010 auf unter 6.500 sinken.
Die kontinuierliche Ergebnisverbesserung führte nach negativen Vorsteuerresultaten von –35,2 Mio. € im ersten und –12,2 Mio. € im zweiten Quartal im dritten Viertel erstmals seit einem Jahr wieder zu einem Quartalsgewinn vor Steuern von 9,6 Mio. €. Für den gesamten Berichtszeitraum von Januar bis September beläuft sich das Betriebsergebnis auf –31,1 Mio. € (2008: +7,9 Mio. €), das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) auf –37,8 Mio. € (2008: +3,6 Mio. €) und nach Steuern auf –39,0 Mio. € (2008: +7,8 Mio. €). Daraus errechnet sich ein anteiliges Ergebnis je Aktie von –2,38 € (2008: +0,47 €).Durch die weitere Optimierung des Working Capital war der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit für die ersten neun Monate mit 9,5 Mio. € positiv (2008: 49,8 Mio. €).
Angesichts des bei seiner Frühjahrsprognose im März noch nicht zu erwartenden Nachfrageeinbruchs im Anlagenbau beziffert der KBA-Vorstandsvorsitzende Helge Hansen das Umsatzziel für den Konzern im Geschäftsjahr 2009 auf etwa 1,1 Mrd. €. Trotz weiterer Vorsorgen für die zusätzlich notwendige Kapazitätsreduzierung im Rollenbereich verfolgt der Vorstand weiter sein ursprüngliches Ziel, zum Jahresende ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen oder einem solchen sehr nahe zu kommen. Helge Hansen: „Auch ein bei ungünstigem Verlauf des vierten Quartals möglicher Verlust nach Zinsen und vor Steuern würde sich aus heutiger Sicht im niedrigen einstelligen Millionenbereich bewegen und wäre im Branchenvergleich immer noch ein guter Erfolg.“
18.06.2009 - 14:49 Uhr
Ad hoc: Koenig & Bauer AG: Vorstandsvorsitzender Hansen sieht KBA trotz Investitionsflaute auf Kurs
In der am 18.06.2009 um 11:15 Uhr veröffentlichten Adhoc-Meldung mit dem Titel "Koenig & Bauer AG: Vorstandsvorsitzender Hansen sieht KBA trotz Investitionsflaute auf Kurs" war leider die Datumsangabe bei folgendem Satz falsch: Richtig muss es heißen: "Eine Bundesbürgschaft haben wir für den Zeitraum ab April 2010 beantragt."
18.06.2009 - 11:15 Uhr
Koenig & Bauer AG: Vorstandsvorsitzender Hansen sieht KBA trotz Investitionsflaute auf Kurs
Bei der 84. ordentlichen Hauptversammlung des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA) im Vogel Convention Center in Würzburg berichtete der seit 27. März amtierende Vorstandsvorsitzende Helge Hansen den recht zahlreich erschienenen Aktionären über einen deutlichen Aufwärtstrend beim Auftragseingang im Geschäftsbereich Bogenmaschinen seit April diesen Jahres. So hätten Messebeteiligungen im Mittleren und Fernen Osten zu erfreulichen Verkaufserfolgen beigetragen und den Rückstand gegenüber der Planung aus dem ersten Quartal weitgehend ausgeglichen. Zu gering sei dagegen das Nachfragevolumen bei großen Rotationsanlagen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck. Im Anlagenbau liege der Auftragseingang nach fünf Monaten hinter der Planung für 2009 zurück, obwohl KBA seinen Marktanteil im Zeitungsdruck weltweit auf fast 50 % gesteigert habe.
Helge Hansen: „Die globalen Konjunktur- und Finanzprobleme bremsen nach wie vor die Nachfrage in unserer Branche. Dies gilt inzwischen auch für den Absatz von Spezialmaschinen für Nischenmärkte. Einziger Fels in der Brandung ist derzeit der Banknotendruck.“
Die Finanzierung von Kundenprojekten sei seit Ausbruch der Finanzkrise deutlich schwieriger geworden und führe angesichts der veränderten Kreditpolitik der Banken in einer Reihe von Fällen trotz Investitionsbereitschaft nicht zum Erfolg. Dennoch habe sich in den letzten Monaten gezeigt, dass die im Vergleich zum Branchenführer deutlich breitere Ausrichtung von KBA auf den Anlagen-, Serien und Spezialmaschinenbau in Krisenzeiten stabilisierend wirke.
Im Zusammenhang mit jüngsten Presseberichten über Staatshilfen für den Druckmaschinenbau sprach sich Hansen gegen die Verallgemeinerung von Einzelfällen und für eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen Unternehmenssituation aus. Er wies auf die ausgesprochen solide Finanz- und Liquiditätssituation des KBA-Konzerns im Vergleich zu einigen Mitbewerbern hin. Der Vorstandsvorsitzende: „Wir haben aktuell keine Netto-Bankverbindlichkeiten, sondern eine in den vergangenen Monaten weiter auf gut +36 Mio. Euro verbesserte Nettofinanzposition sowie einen positiven operativen Cashflow. Unsere Eigenkapitalquote Ende März lag mit 33,9 % deutlich über der Norm im Maschinenbau. Neben unserer eigenen Liquidität von fast 100 Mio. Euro verfügen wir über eine Kreditlinie von 160 Mio. Euro. Dabei handelt es sich zu über 60 % um Avalkredite, die wir zur Absicherung der im Anlagenbau üblichen Kundenanzahlungen benötigen. Eine Bundesbürgschaft haben wir für den Zeitraum ab April 2009 beantragt. Solche Bundesbürgschaften haben derzeit bekanntermaßen mehr mit der veränderten Risikobereitschaft der Banken zu tun als mit der Liquiditätslage bei KBA.“
KBA sei ein solides und solventes Unternehmen und benötige keine „staatliche Stütze“ wie eine Wirtschaftszeitung etwas vorschnell tituliert habe. Hansen: „Wir sind aber besorgt über eventuelle Wettbewerbsverzerrungen, die sich aus öffentlichen Hilfen ergeben können.“
Das Servicegeschäft soll bei KBA weiter ausgebaut werden. Auch der Ausbau des Geschäfts mit Verbrauchsmaterialien wird angestrebt. Man werde den Druckbetrieben dieser Welt wie seit 192 Jahren auch weiter ein innovativer und verlässlicher Partner sein. Der KBA-Vorstand geht allerdings wie viele Brancheninsider davon aus, dass das weltweite Marktvolumen für moderne Drucktechnik nach Überwindung der Krise in absehbarer Zeit nicht mehr das Niveau der Boomjahre 2005 oder 2006 erreichen wird. Das veränderte Medienverhalten, Konzentrationstendenzen in der Druckbranche, die rasante Produktivitätssteigerung moderner Druckmaschinen und die wachsende Billigkonkurrenz aus Schwellenländern wie China oder Indien setzen dem Wachstum Grenzen.
Im vergangenen Jahr lag der Konzernumsatz der Koenig & Bauer AG aufgrund der Finanz- und Konjunkturkrise mit 1,53 Mrd. Euro um gut 200 Mio. Euro unter dem Rekordumsatz des Jahres 2006 (1,74 Mrd. Euro) und 2009 wird er erneut um mehr als 300 Mio. Euro auf knapp 1,2 Mrd. Euro schrumpfen. Helge Hansen: „Wir und andere Lieferanten können nicht verhindern, dass unser klassischer Markt kleiner wird. Wir müssen uns allerdings den Marktgegebenheiten mit unseren Kapazitäten anpassen, um in unserem klassischen Geschäftsfeld baldmöglichst wieder eine angemessene Rendite zu erzielen.“
„Das Wachstum, das KBA mittelfristig zweifellos wieder braucht, müssen wir aber in einer Wachstumsbranche suchen, für die wir unsere beachtlichen Kompetenzen im Engineering, im Hochqualitäts-Maschinenbau und im globalen Vertrieb möglichst weitgehend nutzen können. Wir haben u. a. die umweltorientierte Energietechnik und die Verpackungstechnik als potenziell interessante neue Geschäftsfelder definiert und schon einige konkrete Ideen. Für den möglichen Einstieg sind neben den üblichen M&A-Aktivitäten auch die Mehrheitsbeteiligung an einem interessanten Start-Up-Unternehmen oder die Kooperation mit einem etablierten Hersteller denkbar. Unsere solide Bilanz- und Finanzsituation gibt uns dafür genügend Handlungsspielraum,“ skizzierte der Vorstandsvorsitzende seine Pläne.
Nach den vom Vorstandsvorsitzenden vorgestellten vorläufigen Zahlen verzeichnete KBA im Konzern in den ersten fünf Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang beim Auftragseingang von -20,7 % (1. Quartal: -40,7 %). Der Auftragsbestand Ende Mai war durch die Belebung des Bogengeschäfts mit 557,1 Mio. Euro (1. Quartal: 500,8 Mio. Euro) sogar etwas höher als zum Jahreswechsel. Der Konzernumsatz lag mit 347,5 Mio. Euro Ende Mai um 34,7 % unter Vorjahr und noch 10,7 % hinter der Planung zurück. Die Erreichung des angepeilten Konzernumsatzes von etwa 1,2 Mrd. Euro hängt wesentlich von der Marktentwicklung in den nächsten Monaten ab. Hansen: „Für unser ambitioniertes Ziel, nach dem hohen Verlust des Vorjahres schon 2009 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, gibt es auch bei einem Umsatz unter 1,2 Mrd. Euro durchaus reelle Chancen.“
Angesichts des Bilanzverlustes der Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG wird für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet.
15.05.2009
Koenig & Bauer AG: Durchgreifende Ergebnisverbesserung durch geringere Kostenbasis in den Folgequartalen
Im ersten Quartal 2009 setzte sich die globale Zurückhaltung bei Druckmaschineninvestitionen aus dem vierten Quartal 2008 unvermindert fort. Die Koenig & Bauer AG (KBA) meldet auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2008: 370,3 Mio. Euro) einen Rückgang der Neubestellungen um 40,7 % auf 219,5 Mio. Euro und liegt damit durch ihre breite Aufstellung in Volumen- und Nischenmärkten etwas günstiger als der Branchendurchschnitt. Während die Bestellungen bei Rollen- und Sondermaschinen um 28,7 % auf 142,2 Mio. Euro (2008: 199,3 Mio. Euro) zurückgingen, verzeichnete das von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders betroffene Segment Bogenmaschinen einen Rückgang um mehr als die Hälfte auf 77,3 Mio. Euro (2008: 171,0 Mio. Euro). Die globale Wirtschaftsschwäche ließ den Quartalsumsatz im Konzern bei ebenfalls sehr unterschiedlicher Segmententwicklung um 27 % auf 220,2 Mio. Euro sinken (2008: 301,7 Mio. Euro). Einem relativ moderaten Umsatzminus bei den stark vom Anlagenbau geprägten Rollen- und Sondermaschinen von 9,1 % auf 143,4 Mio. Euro (2008: 157,7 Mio. Euro) stand bei den Bogenoffsetmaschinen im Vergleich zum Vorjahr (2008: 144,0 Mio. Euro) ein deutlicher Umsatzrückgang von 46,7 % auf 76,8 Mio. Euro gegenüber. Mit 500,8 Mio. Euro zum 31. März 2009 lag der Auftragsbestand im Konzern in etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn, aber um 41,8 % unter dem Vorjahr (2008: 860,5 Mio. Euro). Knapp vier Fünftel der vorhandenen Aufträge entfallen auf Rollen- und Sondermaschinen, gut ein Fünftel auf Bogenmaschinen.
Obwohl der ungenügenden Auslastung seit Jahresbeginn mit Kurzarbeit in allen Produktionswerken begegnet wurde, reichten die dadurch realisierten Einsparungen bei den Personalkosten nicht aus, um die durch den gesunkenen Umsatz fehlenden Deckungsbeiträge auszugleichen. Eine deutliche Reduktion der Personal- und Sachkosten erwartet der Vorstand dagegen im weiteren Jahresverlauf aus der Umsetzung des beschlossenen Maßnahmenpakets zur Personal- und Strukturanpassung, das unter anderem einen erheblichen Stellenabbau an den Produktionsstandorten für Bogenmaschinen beinhaltet. Ausreichend Vorsorge für die dafür anfallenden Aufwendungen wurde bereits im zurückliegenden Jahr getroffen. Vor diesem Hintergrund waren das im Berichtszeitraum mit –32,7 Mio. Euro (2008: –5,0 Mio. Euro) noch deutlich negative Betriebsergebnis und der Vorsteuer-Verlust von –35,2 Mio. Euro (2008: –6,4 Mio. Euro) noch im Rahmen der Planung. Aus dem Periodenergebnis von –33,2 Mio. Euro (2008: –1,0 Mio. Euro) errechnet sich ein anteiliges Ergebnis je Aktie von –2,03 Euro (2008: –6 Cent).
Deutlich positiv war der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit mit 19,2 Mio. Euro (2008: 88,6 Mio. Euro). Dazu trugen maßgeblich niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei. Der freie Cashflow erreichte 13,5 Mio. Euro (2008: 73,7 Mio. Euro). Die liquiden Mittel stiegen zum Quartalsende auf 99,4 Mio. Euro (31.12.2008: 85,8 Mio. Euro). Die Nettofinanzposition verbesserte sich auf 36,6 Mio. Euro (Ende 2008: 22,6 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote in Relation zur Bilanzsumme liegt mit 33,9 % trotz des Quartalsverlusts weit über dem Branchendurchschnitt. Ende März beschäftigte die KBA-Gruppe weltweit 7.646 Mitarbeiter, 535 weniger als im Vorjahr und 192 weniger als zu Quartalsbeginn.
Vorstandsvorsitzender Helge Hansen: „Der vom Vorstand im März für 2009 prognostizierte Umsatzrückgang in einer Größenordnung von 20 % bleibt angesichts der aktuellen Marktsituation ambitioniert, ebenso die angestrebte schwarze Null beim Vorsteuerergebnis. Dennoch wollen wir weiter mit Hochdruck an der Erreichung unserer Vorgaben arbeiten. Durch die inzwischen in der Umsetzung befindliche Neuausrichtung auf einen deutlich kleiner gewordenen Markt werden wir die Ertragskraft bis zum Jahresende nachhaltig verbessern. Unser Gesamtpaket sieht für 2009 bis 2011 bei den Personal- und Sachkosten Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro vor.“ Im Rahmen der weiteren Berichterstattung will der Vorstand zeitnah über die erreichten Fortschritte informieren.
30.04.2009
Koenig & Bauer AG: Hohe Restrukturierungskosten belasten Ergebnis
Nach den bereits am 26. März 2009 veröffentlichten vorläufigen Zahlen legte der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) am 30. April seinen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2008 vor.
Mit einem Rückgang um 22,6 % auf 598,5 Mio. Euro (2007: 773,5 Mio. Euro) schrumpften die Neuaufträge im seriennahen Segment Bogenmaschinen angesichts der globalen Wirtschaftsabschwächung überproportional. Der zu einem guten Teil vom Anlagenbau und längeren Lieferzeiten geprägte Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen wirkte im Berichtsjahr noch stabilisierend. Die Neuaufträge lagen mit 643,0 Mio. Euro nur um 16,9 % unter dem Vorjahresniveau (773,4 Mio. Euro). Insgesamt verzeichnete KBA auf Konzernebene in 2008 ein Auftragsminus von 19,7 % auf 1.241,5 Mio. Euro (2007: 1.546,9 Mio. Euro). Durch die zu geringe Nachfrage ging der Umsatz im Bogensegment um 16,7 % auf 714,2 Mio. Euro (2007: 856,9 Mio. Euro) und dessen Anteil am Konzernumsatz von 50,3 auf 46,6 % zurück. Dagegen blieb der Umsatz bei den Rollen- und Sondermaschinen mit 817,7 Mio. Euro (2007: 846,8 Mio. Euro) noch relativ stabil. Unter dem Strich sank der Umsatz um 10,1 % auf 1.531,9 Mio. Euro (2007: 1.703,7 Mio. Euro). Deutlich größer war der Einbruch beim Auftragsbestand, der zum Jahresende 2008 nur noch 501,5 Mio. Euro (2007: 791,9 Mio. Euro) erreichte.
Neben fehlenden Deckungsbeiträgen durch den um rund 170 Mio. Euro niedrigeren Umsatz belasteten hohe Vorsorgeaufwendungen und Wertberichtigungen von insgesamt 93,3 Mio. Euro, hauptsächlich in Zusammenhang mit der beschlossenen Restrukturierung und Konsolidierung der Bogen-Standorte, das Ergebnis. Daher entstand im Berichtsjahr ein Betriebsverlust von 79,9 Mio. Euro gegenüber einem operativen Gewinn von 65,7 Mio. Euro in 2007.
Das schon im Vorjahr recht positive Segmentergebnis im Bereich Rollen- und Sondermaschinen (2007: 63,1 Mio. Euro) verbesserte sich durch höhere Serviceumsätze und gute Erträge in den weniger von der Wirtschaftskrise betroffenen Nischenmärkten auf 108,5 Mio. Euro. Dem stand ein hoher Verlust von 188,4 Mio. Euro (2007: +2,6 Mio. Euro) in dem durch eine geringe Auslastung und erhebliche Sonderaufwendungen im Vorfeld der angestrebten Neuausrichtung belasteten Geschäftsbereich Bogenmaschinen gegenüber. Bei einem Finanzergebnis von –7,2 Mio. Euro betrug das Ergebnis vor Steuern (EBT) –87,1 Mio. Euro (2007: +63,2 Mio. Euro) und das Konzernergebnis –101,0 Mio. Euro (2007: +49,0 Mio. Euro). Somit errechnet sich ein anteiliges Ergebnis je Aktie von –6,18 Euro (2007: +3,00 Euro). Vor diesem Hintergrund wollen Vorstand und Aufsichtsrat der am 18. Juni tagenden Hauptversammlung vorschlagen, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.
Vor allem durch niedrigere Forderungen und Vorräte sowie höhere Rückstellungen nahm der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit auf 34,6 Mio. Euro zu (2007: 21,3 Mio. Euro). Eine wesentliche Säule des Cashflows sind die im Anlagenbau üblichen Kundenanzahlungen, die sich Ende 2008 trotz des Markteinbruchs im zweiten Halbjahr immer noch auf 140,5 Mio. Euro (2007: 199,3 Mio. Euro) beliefen. Der freie Cashflow lag bei –9,9 Mio. Euro (2007: –17,1 Mio. Euro). Bei liquiden Mitteln von 85,8 Mio. Euro zum Jahresende 2008 (Vorjahr: 123,2 Mio. Euro) war die Nettofinanzposition angesichts der um 20,3 Mio. Euro auf 63,2 Mio. Euro reduzierten Bankschulden (2007: 83,5 Mio. Euro) mit 22,6 Mio. Euro weiterhin deutlich positiv. Zur Liquiditätssicherung stehen zusätzlich Kreditlinien inländischer Bankinstitute von insgesamt 160 Mio. Euro zur Verfügung.
Trotz der durch den Bilanzverlust von 515,1 Mio. Euro auf 411,1 Mio. Euro verminderten Eigenkapitalbasis spiegelt die nur leicht von 37,7 % auf 34,8 % gesunkene Eigenkapitalquote die ausgesprochen solide Kapitalstruktur wider.
Angesichts des um gut 36 % zurückgegangenen Auftragsbestands zu Jahresbeginn, der globalen Nachfrageschwäche und der ungünstigen Konjunkturindikatoren in der stark werbeabhängigen Druckbranche erwartet der KBA-Vorstand im Rezessionsjahr 2009 ein nochmaliges Absinken des Umsatzes um etwa 20 %. Mit der konsequenten Umsetzung der zunächst hauptsächlich die Werke für Bogendruckmaschinen betreffenden Restrukturierungsmaßnahmen sollen Kapazitäten und Kostenbasis zügig an das mittelfristig kleinere Weltmarktvolumen angepasst werden. Die Mitarbeiterzahl im Konzern wird bis zum Ende des laufenden Jahres auf etwa 7.000 Beschäftigten sinken.
Da die erheblichen Aufwendungen für die in 2009 vorgesehene Personalanpassung sowie erforderliche Wertberichtigungen und weitere Vorsorgemaßnahmen bereits im Jahresabschluss 2008 verarbeitet wurden, strebt der KBA-Vorstand für das laufende Geschäftsjahr ein ausgeglichenes Konzernergebnis vor Steuern (EBT) an. Dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Nachfrageeinbruch sich nicht weiter verstärkt.
26.03.2009
Koenig & Bauer AG: Vorläufige Geschäftszahlen 2008 und Wechsel an der Vorstandsspitze
Die globale Wirtschaftskrise hinterließ Spuren in der Bilanz 2008 des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA). Nach den vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr ist der Aufragseingang im Konzern 2008 gegenüber 2007 um 19,7 % auf 1.241,5 Mio. Euro gesunken. Bei geringer Auslastung, insbesondere in den Werken für Bogenoffset-Druckmaschinen, ging der Umsatz um 10,1 % auf 1.531,9 Mio. Euro (2007: 1.703,7 Mio. Euro) zurück. Der Auftragsbestand zum Jahreswechsel 2008/2009 hat sich gegenüber dem Vorjahr um 36,7 % auf 501,5 Mio. Euro abgeschwächt. Bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses Ende April wird KBA für 2008 im Konzern ein negatives Betriebsergebnis von rund 80 Mio. Euro und einen Vorsteuerverlust (EBT) von über 85 Mio. Euro ausweisen. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) war dagegen mit knapp 10 Mio. Euro positiv.
Einem operativen Gewinn im Segment Rollen- und Sondermaschinen von über 100 Mio. Euro stand in der Sparte Bogendruckmaschinen ein Verlust von über 180 Mio. Euro gegenüber. Dabei haben erhebliche Rückstellungen für absehbare Aufwendungen im Rahmen der Restrukturierung der Bogenoffset-Standorte, Wertberichtigungen auf Vorräte und Forderungen sowie andere Vorsorgen das Ergebnis mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag belastet.
Albrecht Bolza-Schünemann (57), seit 2003 Vorstandsvorsitzender der Koenig & Bauer AG (KBA), erklärte in der März-Sitzung des Aufsichtsrats seinen sofortigen Rücktritt von allen Vorstandsämtern. Er begründete diesen Schritt mit dem hohen Verlust im hauptsächlich in Radebeul bei Dresden angesiedelten Geschäftsbereich Bogendruckmaschinen und der notwendigen neuen Handschrift bei der Neuausrichtung des sächsischen Werkes. Der Aufsichtrat nahm den Rücktritt des langjährigen Vorstandsmitglieds mit Verständnis an. Anschließend wählte das Aufsichtsgremium den seit Februar 2009 amtierenden Finanzvorstand Helge Hansen (62) zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er wird auch das Personal-Ressort am Standort Radebeul übernehmen. Der Bereich Erzeugnisentwicklung wird zunächst vom Produktionsvorstand Dr. Frank Junker weitergeführt. Als Vertreter der Gründerfamilie und stv. Vorsitzender gehört Claus Bolza-Schünemann (53) weiter dem Vorstand des Traditionsunternehmens an.
Die Mitarbeiterzahl im Konzern lag zum Jahresende 2008 mit 7.838 um rund 400 unter dem Vorjahr (8.236) und wird aufgrund der Personalanpassungen an den Bogenoffset-Standorten bis zum Ende des laufenden Jahres nochmals in die Nähe von 7.000 Mitarbeitern sinken. Für 2009 hat der Vorstand aufgrund der weltweiten Rezession einen nochmaligen Umsatzrückgang von etwa 20 % eingeplant, strebt aber angesichts der Kostensenkung durch das umfassende Restrukturierungspaket und weiterer Einsparmaßnahmen die Rückkehr zu einem ausgeglichenen Ergebnis an, sofern der Nachfrageeinbruch sich nicht weiter verstärkt. Detaillierte Zahlen zum Geschäftsjahr 2008 und die Erwartungen für 2009 will der Vorstand am 30. April bekannt geben.
Ausführliche Presseinformationen:
>>>Albrecht Bolza-Schünemann tritt zurück
>>>Globaler Markteinbruch hinterlässt Spuren in der Bilanz
>>>Albrecht Bolza-Schünemann tritt zurück
>>>Globaler Markteinbruch hinterlässt Spuren in der Bilanz
28.01.2009
KBA trägt den Herausforderungen der Finanzkrise Rechnung
Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann übergibt Finanzressort an Helge Hansen
Mit Zustimmung des Aufsichtsrates übergibt Albrecht Bolza-Schünemann (56), Vorstandsvorsitzender des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA), mit Wirkung zum 6. Februar 2009 das bisher von ihm in Personalunion gehaltene Vorstandsressort Finanzen an Helge Hansen (61). Helge Hansen, gelernter Banker und studierter Betriebswirt, leitete und sanierte zuletzt seit Juli 2003 erfolgreich die von Koenig & Bauer 2004 übernommene Tochtergesellschaft KBA-Metronic AG.
Wie andere Teile der Exportwirtschaft und die gesamte Druckmaschinenbranche ist KBA seit dem vergangenen Jahr massiv von dem durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkten Nachfrageeinbruch betroffen. Mit der Schaffung eines eigenen Finanzressorts im Vorstand trägt das im SDAX notierte Börsenunternehmen den unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen auch zeitlich deutlich gewachsenen Anforderungen im Bereich des Risikomanagements, der Finanzmarktkommunikation mit Banken und der Absatzfinanzierung Rechnung.
Albrecht Bolza-Schünemann hatte das Finanzressort beim ältesten Druckmaschinenhersteller der Welt im Juni 2003 zusammen mit dem Amt des Vorstandsvorsitzenden und der Verantwortung für die Erzeugnisentwicklung und das Personalwesen des Bogenoffsetstandortes Radebeul bei Dresden übernommen. Nach Abgabe des sehr zeitintensiven Finanzressorts will er sich verstärkt um die Konsolidierung der von der Krise besonders betroffenen Bogenoffsetsparte und um die längerfristige strategische Ausrichtung der KBA-Gruppe im internationalen Geschäft kümmern.
Der neue Finanzvorstand Helge Hansen ist für sein Amt gut vorbereitet. Das Finanzgeschäft hat er von der Pike auf gelernt und verfügt durch seinen beruflichen Werdegang über sehr gute Kontakte in die Finanzwelt. Nach dem Abitur absolvierte der gebürtige Hamburger eine Lehre bei der Commerzbank in seiner Heimatstadt. 1971 schloss er das Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Hamburg erfolgreich ab. Bevor sich Helge Hansen von 1972 bis 1980 als Abteilungsdirektor bei der Commerzbank Hamburg um Außenhandelsfinanzierungen kümmerte, sammelte er als Delegierter bei Anwaltssozietäten in London erste Erfahrungen im internationalen Finanzwesen. Von 1980 bis 1988 erwarb Helge Hansen als Direktor im Finanz- und Rechnungswesen des Salzgitter-Konzerns und Geschäftsführer zweier verbundener Unternehmen umfassendes Industriewissen. Dieses ergänzte er dann von 1988 bis 1999 als Geschäftsführer der feinfocus Unternehmensgruppe, einem mittelständischen Startup-Unternehmen der NDT-Röntgentechnik mit mehreren Betriebsstätten im In- und Ausland. Im Juni 2003 kam Helge Hansen als Vorstandsvorsitzender der heutigen Tochtergesellschaft KBA-Metronic AG erstmals in Kontakt mit Koenig & Bauer. Davor sanierte er als Turnaround-Manager im Bankenauftrag erfolgreich angeschlagene Betriebe der Druckindustrie, Bauwirtschaft und des Dienstleistungssektors.